Jugendmedientag mit Svenja Schulze

von Robert Hofmann, Q12

An einer richtigen Pressekonferenz mit einer Ministerin teilnehmen? Erscheint erst mal illusorisch ohne Presseakkreditierung, doch es ist möglich: Am Freitag, den 9.Dezember hatte ich die Möglichkeit, am Jugendpressetag des gemeinnützigen Jugendmedienzentrums e.V. im Entwicklungsministeriums in Berlin teilzunehmen.

Bildquelle: Felix Zahn/photothek.de

Rund fünfzig Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten aus der ganzen Republik hatten sich an diesem kalten Dezembermorgen im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung(BMZ) eingefunden, so der volle und offizielle Name des Ministeriums. Mit dem Aufzug ging es hinauf in den 11.Stock und hinein in den hauseigenen Pressesaal. Nach einer kurzen Begrüßung durch Christian Kolb, den Vorsitzenden des Jugendmedienzentrums, standen vom Ministerium gestellte Snacks und die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen, zur Verfügung.

Schließlich begann auch der eigentliche inhaltliche Teil. Zunächst saß Nicolai Fichtner, der Pressesprecher des BMZ auf dem Podest und beantwortete die Fragen der Anwesenden. Er erzählte von seiner Arbeit als Pressesprecher, seinem Werdegang, sowie die allgemeinen Ziele des Ministeriums.

Und dann stellte sich Svenja Schulze, die Ministerin, den Jugendlichen. Sichtlich in guter Stimmung betonte sie zunächst die Bedeutung des Journalismus, der „wichtige Arbeit“ leiste. Anschließend zählte sie die Ziele und Aktionen des BMZ auf. Wichtig zu betonen war ihr, dass ihr Ministerium keine humanitäre Hilfe leiste. Stattdessen gehe es vorrangig darum, den Partnerländern in vielerlei Hinsicht zu helfen – seien es Projekte für die Bewahrung der Artenvielfalt, den Aufbau eines Gesundheitssystems oder der Bekämpfung des Klimawandels. Aktuell kommt dazu noch die Hilfe für den Wiederaufbau der Ukraine sowie akute Hilfe etwa mittels Stromgeneratoren. Diese stelle aktuell die größte Herausforderung da, so die Ministerin.

Bildquelle: Felix Zahn/photothek.de

Zugleich hat sich das Ministerium einer feministischen Entwicklungspolitik verschrieben, fördert also auch Projekte, die die Gleichberechtigung von Frauen unterstützen. Im Falle Afghanistans sei dabei eine genaue Abwägung nötig, dass man nicht mit den Taliban, sondern der Zivilgesellschaft zusammenarbeite.

Die Rolle Chinas in der internationalen Entwicklungs- und Umweltpolitik sieht Svenja Schulze als „schwierig“ an, da es formal als Entwicklungsland gilt, aber der größte Emittent von Treibhausgasen weltweit ist. Andererseits sei China sehr engagiert in der Entwicklungszusammenarbeit, dahingehend begrüßte Schulze die jüngste Initiative der EU, die dem Einfluss Chinas etwas entgegensetzt.

Für Deutschland wünscht sie sich eine Debatte, was denn eigentlich Wohlstand sei. Gerade im Bereich der Modeindustrie seien auch „wir Teil des Problems“. Die Ministerin plädierte für „Slow Fashion“ im Gegensatz zur verbreiteten Fast-Fashion-Industrie, die billig und massenhaft zulasten von Mensch und Umwelt produziert.

Die Bedeutung des eigenen Ministeriums wusste Svenja Schulze aller lobenswerter Projekte zum Trotz realistisch einzuschätzen. So habe man „immer zu wenig Geld“ und es sei sehr schwer, Aufmerksamkeit für das eigene Handeln zu erreichen. Nichtsdestotrotz leiste man „enorm wichtige Arbeit“. Sie sei zudem „stolz“ über die Mitarbeiter des Ministeriums, die mit Herzblut dabei seien.

Bei allen Herausforderungen und Krisen möchte sie „optimistisch in die Zukunft gehen“, denn alle umweltfreundliche Alternativen seien bereits entwickelt worden. Zuletzt appellierte Svenja Schulze auch an die Jugendlichen, sich politisch zu engagieren. Denn „die Politik sind wir am Ende alle“.

Bei allen Herausforderungen und Krisen möchte sie „optimistisch in die Zukunft gehen“, denn alle umweltfreundliche Alternativen seien bereits entwickelt worden. Zuletzt appellierte Svenja Schulze auch an die Jugendlichen, sich politisch zu engagieren. Denn „die Politik sind wir am Ende alle“.

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Über humblattroberthofmann

Chefredakteur der Schülerzeitung humblatt

Veröffentlicht am Januar 4, 2023, in HumDieWelt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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