Archiv des Autors: humblatt

Neues Schuljahr und Übergabe

Mit dem Beginn des neuen Schuljahres ändert sich auch einiges im humblatt. Wir, Pavel und Fynn, stehen jetzt kurz vor dem Abitur und müssen die Chefredaktion des humblatts leider abgeben. Leicht fällt es uns sicher nicht, aber wir sind uns sicher, dass „unsere“ Schülerzeitung bei unserem Nachfolger Robert aus der 9a gut aufgehoben sein wird. Wir hoffen, unsere Amtszeit hat das humblatt wieder zum Besseren geformt und wir konnten den folgenden Redaktionen eine gute Basis für zukünftige Erfolge schaffen.

Eure Ex-ChefRed Pavel und Fynn

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Einmal Israel und zurück

Lots of religious guys, a shitload of black coffee and good vibes.”

-So beschrieb mir ein israelischer Jugendlicher sein Land, als wir alle gemeinsam am Abend bei einem Lagerfeuer zusammensaßen. Und so durften 15 Schüler und Schülerinnen unserer Schule, darunter auch ich, das heilige Land kennenlernen. Natürlich gingen wir alle zuerst mit gemischten Gefühlen in das P-Seminar, denn wenn man an Israel denkt, kommen einem zuerst nur die Zeitungsberichte von Anschlägen und dem schwelenden Palästina-Konflikt und natürlich die schrecklichen Gräuel des Holocausts in den Kopf. Doch in unserer intensiven Vorbereitungszeit, in der wir Vergangenheit und Gegenwart Israels und der Juden kennenlernten, wandelte sich diese Skepsis schnell zu Vorfreude. Als es dann losgehen sollte, und die Konfusion, ob wir von München oder Nürnberg abfliegen würden, zwei Tage vor dem Abflug auch gelöst war, ging es dann auch endlich los:

TAG 1: ANKUNFT

Früh morgens trafen wir uns am Bahnhof in Nürnberg und konnten sogar pünktlich mit der Deutschen Bahn richtung München zum Flughafen aufbrechen. Die erste Hürde mussten wir aber noch im Zug überwinden, denn Herrn Holzhausens Aufforderung zum Online-Checkin hatten wir Schüler noch nicht alle so ganz gewissenhaft befolgt. Mit oberbayerischem E-Internet gelang es uns dann doch, und so konnten wir am Flughafen noch einige größtenteils ereignislose Stunden verbringen, bevor wir schließlich nach Tel Aviv aufbrachen. Nach insgesamt vier Stunden Flug und einem kurzen Zwischenstopp in Istanbul kamen wir am beeindruckenden Ben-Gurion-Flughafen an. Dort konnten wir noch während wir auf unseren Bus warteten die antiken Reliefe, die Römer und Hellenisten in Judäa zurückgelassen hatten, betrachten. Eine besondere Überraschung erwartete uns allerdings erst, als wir unsere Austauschpartner selbst sahen, von denen wir eigentlich dachten, dass sie bei der Schule auf uns warten würden. Viel Spaß hatten wir dann auch trotz der späten Uhrzeit noch auf der gut einstündigen Busfahrt, auf der wir auch schon ordentlich mit landestypischen Snacks verpflegt wurden.

TAG 2: HAIFA & AKKON

Blick auf die Bahai-Gärten

Am nächsten Tag ging es auch schon wieder früh los, denn wir trafen uns alle gemeinsam in unserer Gastschule, der Karmel-Zvulun-Highschool, wo wir uns alle bei der bekannten Schokomilch, die man traditionell aufbeißen muss, kennenlernten. Daraufhin bestiegen wir wieder unseren Bus, und brachen mit unserem Guide nach Haifa auf. Unser erster Zwischenstopp waren hier die Gärten der Bahai, einer Religionsgemeinschaft, die ursprünglich aus dem Iran kommt, dort aber starker Verfolgung ausgesetzt war, und deshalb in Israel Aufnahme fand. Anhänger dieser monotheistische Religion verbinden ihr Gebet häufig mit Arbeit für die Gemeinschaft, uns errichteten so die herrlichen Gärten am Fuß der Karmel-Berge. Das einzige Problem, vor dem wir uns sahen ist die Tatsache, dass die Gärten zwar grundsätzlich immer für die Öffentlichkeit zugänglich sind, jedoch an zwei Feiertagen der Bahai geschlossen haben. Sie hören richtig, an zwei Tagen im Jahr kann man die Gärten nicht besuchen. Einer davon war gerade heute.

Doch trotzdem ging es für uns kulturell weiter: Direkt unterhalb der Gärten liegt die deutsche Kolonie, die im 19. Jahrhundert von den Templern (nicht zu verwechseln mit den Kreuzfahrern) gegründet wurde. Hier konnten wir unseren Austauschpartnern die deutschen Inschriften über den Torbögen übersetzen, während wir als Gegenleistung wieder reichlich verpflegt wurden.

Am Nachmittag fuhren wir dann in die historische Kreuzfahrerstadt Akkon, die im Norden der Bucht von Haifa liegt. Dort erkundeten wir zuerst die historische Altstadt mit ihren engen Gassen, bevor wir durch die monumentale Kreuzfahrerburg, die mittlerweile zum Teil mehrere Meter unter der Erde liegt, wanderten, wo wir allerlei wissenswertes über die Historie des Heiligen Landes erfuhren. Am Abend trafen wir uns dann zurück in Nofit, wo die meisten von uns untergebracht waren, und kamen noch für eine Runde Fußball zusammen – wahrlich: Der Sport verbindet.

TAG 3: NORD-ISRAEL

Weiter ging es schon früh am Morgen. Unser erstes Ziel am dritten Tag unserer Reise war Nazareth. Die überwiegend von arabischen Christen bevölkerte Stadt tat sich schon nach einer kurzen Reise vor uns auf, und gemeinsam erkundeten wir unser Erstes Tagesziel: Die Basilika der Verkündigung Christi, die erst 1990 neu errichtet wurde. Besonders markant fallen die unzähligen Reliefs aus verschiedenen Ländern auf, die innerhalb der Kathedrale und des sie umgebenden Vorhofes aufgehängt waren und die Verkündigung darstellten.

Nach einem kurzen Aufenthalt im arabischen Markt fuhren wir weiter nach Norden zum Kinneret, den wir hier auch als See Genezareth kennen. Dort besichtigten wir Kafar Nahum, das antike Capernaum aus dem die Apostel Petrus und Andreas stammen sollen. Direkt am Galiläischen Meer gelegen wurden dort vor einigen Jahren archäologische Ausgrabungen angestellt, bei denen man neben einer antiken Synagoge auch die Überreste eines Hauses, von dem man vermutet, dass es eines der ersten christlichen Gemeindehäuser gewesen sein könnte.

Daraufhin fuhren wir weiter auf die Golan-Höhen, die Israel im Sechs-Tage-Krieg von Syrien erobert hatte und seitdem besetzt hält. Obwohl sie international nicht als israelisches Territorium anerkannt sind, werden sie von den Israelis ganz selbstverständlich als ihr Land gesehen. Doch auch viele Jahre nach dem Krieg sahen wir dessen Spuren noch sehr deutlich, denn von einer ehemaligen Bunkeranlage aus konnten wir ins Grenzgebiet des Dreiländerecks Israel-Syrien-Libanon blicken. Die wunderschönen grünen Bergwiesen scheinen zwar auf den ersten Blick sehr freundlich, doch wenn man genauer hinsieht, kann man Stacheldrahtzäune und sogar einen ausgebrannten Panzer entdecken. Nichtsdestotrotz muss ich sagen, dass die Golan-Höhen das wohl schönste Eckchen Naturraum war, dass ich in ganz Israel sehen durfte.

TAG 4: JERUSALEM

Die Altstadt von Jerusalem

Am vierten Tag kamen wir nun auch in die Hauptstadt Israels: Nach Jerusalem. Nach einem kurzen Stopp am Ölberg, von dem aus wir in die palästinensisch verwalteten Gebiete Jerusalems sehen konnten, ging es auch weiter in die antike Davidsstadt. Diese alte Festung erkundeten wir durch ein besonders Tor: Die Zisterne des Hiskija. Dieser über 500 Meter lange Tunnel verband die Stadt auf dem Berg Zion mit der im Tal gelegenen Gihon-Quelle und sorgte so hunderte Jahre lang für die Wasserversorgung der Stadt. Obwohl das Wasser im Tunnel nur knöchelhoch stand, war es bei der beinahe tropischen Hitze eine dennoch sehr willkommene Erfrischung. Weiter ging es dann an der Klagemauer, dem letzten Relikt des zweiten Tempels, bahnten. Dort angekommen hatten wir die Möglichkeit, selbst einige kurze Worte an der Mauer zu finden, bevor wir uns wieder durch die Altstadt auf den Weg zu einem traditionellen Markt machten, an dem wir noch einige Minuten zum Shoppen hatten. Dabei wurden wir natürlich wieder reichlich mit köstlichen Süßspeisen versorgt. Am Abend fanden wir uns dann wieder in Nofit zusammen, um gemeinsam der Zeremonie zu Jom Ha Schoa, dem Holocaust-Gedenktag, beizuwohnen. Die Zeremonie war trotz der Tatsache, dass wir die Vorträge nicht verstanden haben, sehr bewegend, denn besonders über die Musik kam die Stimmung sehr gut herüber.

TAG 5: HOLOCAUST-GEDENKTAG + CAESAREA

Am nächsten Morgen ging der Gedenktag in unserer Gastschule weiter, denn nach israelischer Zählung reichen die Tage von Sonnenuntergang zu Sonnenuntergang. Hier diskutierten wir angeregt über die Erinnerungskultur in Deutschland, Israel und Europa, und fragten uns auch, wie es möglich ein würde, die Verbrechen des Holocausts im öffentlichen Gedächtnis zu halten. Daraufhin fuhren wir nach Yagur, ein ehemaliges Kibbuz, also eine Art Gemeinschaftssiedlung, wo wir von einer deutschen Auswanderin und ihrem Schwiegervater eine Tour des Ortes und tiefe Einblicke in das Leben im Ort bekamen. Besonders bewegend war für mich der Besuch des örtlichen Altenheimes, bei dem wir die Ehre hatten, mit Frau Ariella Silbermann eine Überlebende der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft zu treffen und uns mit ihr auszutauschen. Frau Silbermann erzählte uns auch die Geschichte ihrer Flucht: Sie wuchs im Süden Frankreichs auf, und hätte als Jüdin unter den Kollaborateuren des Vichy-Regimes den Judenstern tragen müssen. Frau Silbermanns Mutter weigerte sich allerdings dies zu tun, marschierte direkt in die Kommandantur des Ortes und verlangte ein eintägiges Visum für eine Reise in die Schweiz. Da sie ja nicht offensichtlich als Jüdin erkennbar war, gewährte der Kommandant dies dank ihres entschlossenen Auftretens. Ariella konnte so über die grüne Grenze in die neutrale Schweiz entkommen, wo sie den Rest des Krieges in Sicherheit war. Eine weitere,höchst interessante Begegnung hatten wir mit dem Star des Altersheims: Ein 106-jähriger Russe, der im Zweiten Weltkrieg ein hochrangiger Offizier war, aber nach dem Krieg als Jude Antisemitismus in der Sowjetunion ertragen musste, gab uns noch seine Tipps für ein langes Leben mit: Wenig essen, viel Bewegung und ein Glas Vodka am Morgen.

Direkt im Anschluss kam die gesamte Schulgemeinde in der Gemeindehalle von Yagur zusammen, wo die Schulzeremonie zum Gedenktag stattfand. Wieder war es durch Musik, Theater, Tanz und die dankbarerweise von unseren Austauschpartnern übersetzten Texte sehr emotional.

Das Meer in Caesarea, im Vordergrund das Hippodrom

Den Nachmittag verbrachten wir dennoch sehr kulturell. In Caesarea, der antiken Hauptstadt Judäas, die auch König Herodes als Verwaltungszentrum nutzte, besichtigten wir bei bestem Wetter die Ruinenstadt mit ihrer Pferderennbahn und dem immer noch für Konzerte römischen Theater. Auch die Überreste der Kreuzfahrerburg erkundeten wir eifrig, bevor wir uns alle am Strand trafen. Dort vertrieben wir uns die Zeit mit Fuß- und Volleyball und wurden mit köstlichen Falafel, Baklava und einer drusischen Spezialität, in einem Weinblatt eingekochten gewürztem Reis, reichlich versorgt.

Zurück in Nofit, unserem Gastdorf, saßen wir noch bis spät in den Abend gemütlich am Lagerfeuer beisammen und tauschten fleißig Kulturgut aus, seien es jetzt Malle-Hits oder israelische Schlager.

TAG 6: TEL AVIV

Am sechsten Tag steuerten wir Tel Aviv als unser Ziel an. Die moderne Stadt, die erst 1909 gegründet wurde, aber mittlerweile mit der antiken Hafenstadt Jaffa, die zu den ältesten Städten der Welt gehört zusammengewachsen. Wenn man durch die Hauptstraße der Stadt fährt, könnte man meinen, man wäre in Berlin oder New York – nur halt mit Palmen, denn Israel sieht sich als ein europäischer Staat. Viel anderes bleibe ihnen ja auch nicht möglich, sagte mir meine Gastmutter, denn dort liegen einerseits die Wurzeln vieler Israelis, andererseits kann eine Assimilation mit den Nachbarstaaten ja durch den immer noch schwelenden Nahostkonflikt schwer stattfinden. Eine besondere Stätte, die wir in Tel Aviv sahen war der Ort, an dem der israelische Ministerpräsident Jitzchak Rabin, der als einer der Architekten der Friedensbewegung im Nahen Osten gilt, von ermordet wurde. Auch diese Geschichte zu hören war für viele von uns sehr bewegend.

Blick nach Tel Aviv

Am Nachmittag fuhren wir also weiter nach Jaffa, dem historischen, arabisch geprägten Teil der Doppelstadt. Dort genossen wir die Aussicht auf die Stadt und das Meer, die sich uns auftat und lauschten interessiert den Geschichten über das christliche Kloster oder den in Ermangelung eines Kirchturmes von den osmanischen Behörden errichteten Uhrenturm. Eigentliches Ziel in Jaffa war aber der Flohmarkt, in dessen engen Gassen moderne Restaurants und Bars neben chaotischen Trödelläden stehen, in denen man von simplen Tüchern bis zu astronomischen Geräten alles finden kann.

Am Abend fanden wir uns wieder alle zum Lagerfeuer zusammen und ließen den Tag gemeinsam ausklingen, während wir schon für den nächsten Tag, für den uns von Seiten der Lehrer Gestaltungsfreiheit gelassen wurde, planten.

TAG 7: FREIZEIT UND ABSCHIED

Gemütlich ging es am nächsten Morgen für uns Jungs weiter, denn wir unternahmen eine gemeinsame Wanderung durch die israelische Natur, erfuhren dabei allerlei Wissenswertes über die Gegend und sprachen auch über sehr ernste Themen wie den Nahostkonflikt. Hier stellte sich heraus, dass unter den jungen Israelis tatsächlich die Meinung vorherrschte, dass eine Zwei-Staaten-Lösung tatsächlich ein gutes Ziel wäre. Als problematisch erachteten jedoch alle dabei die Rolle Jerusalems. Doch genug von der Politik, denn nach gut fünf Marschkilometern waren wir an unserem Ziel angekommen: Einem Wassereservoir, an dem wir den restlichen Nachmittag badend und rudernd verbrachten, bevor wir schweren Herzens wieder zurückkehrten, denn die Abreise war nahe. Doch unseren Austauschpartnern war noch eine große Überraschung gelungen, denn sie hatten in der Disco von Yagur eine sehr schöne Abschiedsfeier mit reichlich Bamba und weiteren Süßspeisen, Musik und allerlei Spaß vorbereitet. Sicherlich – den Abschied machte es nicht leichter. Mitten in der Nacht brachen wir also wieder, nicht ohne dass einige Tränen vergossen worden wären, nach Tel Aviv zum Flughafen auf. Die Rückreise am nächsten Morgen war glücklicherweise beinahe ereignislos, lediglich ein Schüler wäre fast schlafend am Gate in Istanbul zurückgeblieben. Und so kam unsere Fahrt nach siebeneinhalb rasanten und sehr spaßigen Tagen wieder.

Zusammenfassend kann ich zumindest von mir behaupten, dass der Aufenthalt in Israel sehr prägend und auch ziemlich überraschend war. Sehr genossen habe ich neben dem angenehmen Klima natürlich auch das Essen. Die Kultur, die uns Herr Holzhausen so pflichtbewusst nahebrachte, und auch die unerwartete Vielfalt und Schönheit der israelischen Naturräume werden mir natürlich auch im Gedächtnis bleiben, doch das schönste, das ich dort erleben durfte, war zweifelsfrei die Gemeinschaft mit den jungen leuten, die ich nach nur einer Woche schon gerne als Freunde bezeichnen will.

Gutmensch – Rezension

von Fynn Geifes


„Erst kommt das Fressen,
dann kommt die Moral!“

Mit diesen gewichtigen Worten aus der Dreigroschenoper beginnt die Aufführung des Gutmenschen, eines Stücks, dass der Fusionsküche entsprungen scheint. Doch – sie schmeckt, diese Fusion aus der oben genannten Oper von Bertolt Brecht, und dem Guten Menschen von Sezuan, ebenfalls Brechts Feder entsprungen.

Noch bevor der Vorhang sich geöffnet hatte, fiel dem Zuschauer schon eines auf. Er saß nicht vor der Bühne, die Bühne stand um ihn. Man steht nicht davor, man betrachtet das Geschehen in Sezuan nicht aus der Ferne, nein – man ist selbst Teil dieser Aufführung ganz in Brecht’scher Tradition. Diese Einbindung bleibt bis zur letzten der gut 90 Minuten Laufzeit auch erhalten. Denn Brecht’sches Theater muss nicht bespaßen oder die Gemüter erhellen. Erreicht es das Gegenteil, so hat es wohl seine Bestimmung erfüllt. Denn Brecht trifft seine Zuschauer genau dort, wo es am meisten schmerzt, und lässt seine Götter schon nach dem Prolog nichts geringeres fragen, als ob es noch einen guten Menschen auf Erden gäbe.

Wang (Merrick Blunk, Q11), ein gutmütiger Wasserverkäufer will ihnen sogleich Obdach verschaffen, doch die Türen der Menschen sind verschlossen, ebenso wie ihre Herzen. Nur an einer Hütte wird den Göttern aufgetan, an der der prostituierten Shen Te (Franziska Metz, Q11). Sie erweist sich, trotz ihrer eigenen finanziellen Not als gastlich, und bietet den Erhabenen Obdach. Als Dank erhält sie von den Göttern einen Tabakladen, doch schon bald machen sich dort die Schmarotzer breit, doch die gutmütige Shen Te gewährt den Notleidenden gerne Unterschlupf. Als ihr Laden jedoch unwirtschaftlich wird, und noch dazu die Mietrate ansteht, beschließt sie, inspiriert durch alte Freunde, selbst in die Rolle ihres erfundenen Vetters Shui Ta zu schlüpfen.

Unerkannt vertreibt sie in dieser Gestalt die Schnorrer und Bittsteller, und kann sogar den Laden retten. Der örtliche Polizist (Valeska Kolominsky, Q12) rät dem „Vetter“ jedoch, einen Mann für Shen Te zu suchen, damit dieser den Laden finanziell unterstützen kann.

Kurz darauf trifft sie, jetzt wieder unverkleidet, auf Yang Sun (Dominik Delinic, Q11), einen arbeitslosen Flieger, der sich an einem Baum erhängen will. Es gelingt Shen Te, ihn vom Selbstmord abzubringen, sie verliebt sich gar Hals über Kopf in den jungen Piloten. Dessen Mutter, Frau Yang (Elisa Pellissetti, Q11), kann sie sogar überzeugen, Sun 200 Silberdollar, die Te sich zuvor geliehen hatte, zu überlassen, damit dieser wieder fliegen könne. Doch damit nicht genug, auch ihren Laden solle sie verkaufen, doch das kann Shen Te, die ein schlechtes gewissen gegenüber der Alten plagt, von der sie sich Geld geliehen hatte. Auch die geplante Hochzeit fällt ins Wasser.

Um ihr Geschäft zu retten, gibt Shen Te, nun auch noch schwanger, wieder vor, sie sei verreist, und mimt erneut ihren Vetter. In dieser kann sie, im krassen Gegensatz zu ihren eigenen Prinzipien, hart durchgreifen, und es gelingt ihr, wenn auch nicht ganz ohne Betrug und Erpressung, eine ganze Fabrik aus dem Laden zu errichten. Sun, dort zuerst als einfacher Arbeiter uns später als Prokurist angestellt, vermutet jedoch mit der Zeit, Shui Ta hielte die echte Shen Te gefangen, oder habe sie gar ermordet, und zeigt diesen deshalb an. Obwohl die Polizisten keine Hinweise finden, wird „er“ dennoch vor Gericht gezerrt. Dort, von allen Seiten unter Druck gesetzt, bricht Shen Te schließlich zusammen, und gesteht. Das Stück endet abrupt mit diesen Worten:

„Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen,
den Vorhang zu und alle Fragen offen.“

Nun ist es also an der Zeit, dass ich meinen eigenen Senf dazu gebe, doch unser Fusionsgericht will ich damit eigentlich nicht versauen. Denn, so gern ich es auch täte, viel zu meckern gibt es nicht. Die schauspielerische Leistung aller Teilnehmer ist mindestens beachtlich zu nennen, denn nicht nur die eigenen Rollen wurden authentisch verkörpert, sondern auch das Zusammenspiel zwischen allen Beteiligten verlief reibungslos – und dies auch noch trotz einer wirklich sehr kurzen Probenzeit. Doch oben schrieb ich, dass ein Stück von Brecht nicht lustig sein sollte, dass es treffen und bewegen muss. Und das tat es. Ich weiß nicht, ob es der Appell kurz bevor der Vorhang fiel war, oder es schon vorher feststand. Mich hat es getroffen, mich hat es bewegt, und deshalb spreche ich dieser Aufführung

9 von 10 Sternen aus.

Die Umfrage unter den Zuschauern, sowie auch unter den Mitwirkenden ergab folgendes Ergebnis:

8,8 von 10 Sternen.

Bilder:

Alle Bilder © Theo Hecht, Q11

Jahresausstellung Kunst

Letzten Dienstag fand die große Jahresausstellung Kunst statt, und sie war wieder einmal ein voller Erfolg. Mit Beiträgen des P-Seminars „Poetry Slam“, des Rhetorikkurses und der Tanzgruppe der Oberstufe war jeder der zahlreichen Besucher bestens unterhalten. Aber genug der Worte, bei Kunst gehts ja auch um die Bilder ;-). Schickt uns auch gerne eure Fotos an chefred@humblatt.de oder den Redakteur eures Vertrauens, dann können wir sie auch gern hier veröffentlichen.

Weihnachtsgruß

Die humblatt-Redaktion wünscht euch frohe Weihnachten und ein gesegnetes Fest!

Bildquelle: Wikimedia Commons

Vorschau aufs neue humblatt

Das neue humblatt zum Titelthema Digitalisierung ist schon in den letzten Produktionsschritten, und damit wird es Zeit, euch zumindest schon einmal das Titelblatt zu zeigen. Lasst euch also am 20.12.  von vielen spannenden Artikeln überrschen. 

-Fynn

Das Erlanger Römerboot

Die Universität Erlangen-Nürnberg baute anlässlich ihres 275. Jubiläums unter der Leitung der Professur für Alte Geschichte ein römisches Patrouillenboot, die Fridericiana Alexandrina Navis, kurz F.A.N., in Originalgröße nach. Vorbild ist das Wrack II, das nahe der Donau bei Oberstimm gefunden wurde und jetzt im „Kelten-und-Römer-Museum“ in Manching ausgestellt ist. Ein Jahr hat es gedauert, das Boot zu bauen, der Stapellauf war am 12.5. diesen Jahres.
Das Römerboot ist wirklichkeitsgetreu nachgebaut: 15,70 m lang, max. 2,70 m breit, ca. 2,1 t schwer, Tiefgang bis zu 50 cm, Durchschnittsgeschwindigkeit ca. 4-5 Knoten (etwa 8 km/h). Es wurde von Anfang April 2017 bis Mitte 2018 direkt vor der Haustüre unserer Schule gebaut.
Die Einweihung des Bootes erfolgte am 23.03.2018 im Dechsendorfer Weiher. Die Lagerung des Bootes im Wasser garantierte, dass die Planken wirklich dicht hielten.
Um das Boot zu bauen bediente man sich verschiedenster Techniken: Zugeschnitten
wurden Fichten, Kiefern und Eichen von einem Sägewerk. Nach Errichtung einer Werft auf dem Sportplatz der Universität ging der Bau April 2017 los. Der römische Bootsbau wurde unter fachkundiger Leitung von professionellen Bootsbauern nachgeahmt.

Durch die für das Mittelmeer charakteristische sog. Nut- und Federbauweise kam das Projekt fast völlig ohne Eisennägel aus. Das Boot entstand durch eine Gemeinschaftsarbeit von ganz unterschiedlichen Helfern. Beteiligt am Bau waren Studenten, Schüler (auch des GFE) und andere Freiwillige aus der Region.

Vor dem zwischenzeitlich stattgefundenen Stapellauf am 12.05.2018 erfolgte das Training. Getestet wurden die verschiedenen Riemenlängen und Rudergriffe , sowie unterschiedliche Segel.
Im Rahmen des Universitätsjubiläums sind weitere Aktionen geplant. Mitte Juli hatte die FAN mit ihrem Schwesterschiff Victoria die lange Reise von Erlangen bis Linz gewagt.
Später ging es sogar bis Tulcea in Rumänien weiter.
Alle weiteren Aktionen findet man unter http://www.egea-ev.de.

~ Andrea Dreyer

(Bildquelle: https://www.fau.de/2018/05/news/veranstaltungen/leinen-los-fuer-das-roemerboot-der-fau/ )

Wir sind wieder da!

Nach über vier Jahren sind wir zurück. Die Website des Humblatts ersteht nun aus ihrer Versenkung. Naja, vielleicht nicht ganz so drastisch, aber wir haben vor hier in nächster Zeit immer wieder aktuelle Artikel zu posten, und auch einen Überblick über den Fortschritt unserer nächsten Ausgabe bereitzustellen.

Wir freuen uns auf ein produktives neues Schuljahr mit euch!

Eure Chefredakteure Pavel Koch & Fynn Geifes.

Interview mit Jari Stus, Geschäftsführer der neuen Dunkin‘ Donut-Filiale in Erlangen

Am 11.12.13 hat in Erlangen die erste Dunkin‘ Donuts Filiale in Bayern eröffnet. Aus diesem Grund haben wir dem Geschäftsführer Jari Stus einige Fragen gestellt.

Was macht Dunkin‘ Donuts eigentlich so erfolgreich?

Jari Stus: Wir haben sehr gute Produkte, die jeder mag, qualitativ sehr hochwertig sind und einfach gut schmecken.

Wie viele Mitarbeiter hat so eine Filiale?

JS: Also wir haben hier ungefähr zwanzig Mitarbeiter und in der Fabrik sind nochmal zwanzig eingestellt, die unsere Produkte herstellen. Auf der ganzen Welt hat Dunkin‘ über 800 000 Mitarbeiter.

Was zeichnet einen guten Geschäftsführer hier aus?

JS: Das er den Überblick behält, dass er mit dem Personal gut auskommt, dass er auf jeden Fall weiß, was in seinem Laden passiert, dass er auch auf Qualität achtet, dass es sauber und ordentlich ist, dass alle freundlich sind und dass der Gast zufrieden gestellt wird.

Werden Sie weitere Filialen in Erlangen oder der Umgebung eröffnen, und wenn ja, in welchen Städten?

JS: Wir werden in den nächsten drei bis vier Jahren nochmal zwanzig Filialen aufmachen, größtenteils im Großraum Nürnberg und im Großraum München. Es ist auch denkbar, dass wir in Erlangen noch eine Zweite oder Dritte aufmachen.

Denken Sie, dass Dunkin‘ Donuts hier in Erlangen schon Anklang gefunden hat oder noch Anklang finden wird?

JS: Eigentlich braucht man nur einmal hierher kommen, dann sieht man ja schon, dass es doch Anklang findet, also ich denke schon.

Warum haben sie ausgerechnet Erlangen ausgesucht? München oder Nürnberg hätten wahrscheinlich auch viel mehr Profit gebracht…

JS: Ja, aber das hängt nicht nur von uns ab, sondern es geht auch da ein bisschen um die Immobilien, die man zur Verfügung gestellt bekommt und hier war einfach die Immobilie frei, die für uns gut gepasst hat, also haben wir die gebaut, weil Erlangen auch auf unserem Expansionsplan stand.

Was für Ausbildungen kann man hier machen?

JS: Richtige Ausbildungen bieten wir noch nicht an. Wir bilden natürlich für uns intern jetzt aus mit Baristas und Verkäufer, aber eine richtige Ausbildung kann man bei uns noch nicht machen.

Wie viele Donuts werden hier am Tag verkauft?

JS: Das ist immer noch sehr unterschiedlich, das kann man so genau gar nicht sagen, aber es sind schon einige Tausend.

Was denken Sie, was Leute so an Donuts fasziniert?

JS: Die Vielfalt ist mit Sicherheit eine Sache, wo einfach jeder seinen Geschmack findet. Es ist ja auch untypisch selbst für die ganzen Bäckereien und Coffee Shops, die auch Donuts verkaufen, – da gibt’s zwei oder drei Sorten und wir haben hier 30 oder mehr- das macht mit Sicherheit einen Teil der Faszination aus, Zum anderen natürlich auch, wie gesagt, der Geschmack – der einfach gut ist!

Was gefällt Ihnen selbst an den Donuts?

JS: Mich hat auch der Geschmack natürlich überzeugt –wir haben viele verschiedene Donuts probiert, von vielen Firmen, vielen Bäckereien und vielen Coffee Shops usw. und sind immer wieder der Meinung gewesen, dass die hier am besten sind.

Dann bedanken wir uns bei Ihnen für das Interview!

Donut

Guten Rutsch und frohes Neues!

Wir haben zwar noch knapp 8 Stunden, aber wir wünschen euch allen jetzt schonmal einen guten Rutsch, haut rein beim Feiern und ein super gutes 2014!

Auch im nächsten Jahr versorgen wir euch weiterhin auf unserer Homepage, auf Facebook und auf Twitter und natürlich mit (hoffentlich) vielen neuen Ausgaben. Auch ein Hausaufgabenheft ist für das nächste Jahr geplant. Alle Redaktionsmitglieder dürfen sich über eine Redaktionsfahrt freuen.

Aber jetzt gehts erstmal ans Feiern! Wir sehen uns im neuen Jahr 😉

Bild by Tino Höfert / http://www.jugendfotos.de